Beyer-orgel in Altenweddingen

Erbauer:Böttcher Nachfolger Ed. Beyer Orgelbaumeister in Magdeburg Neustadt
Baujahr:1886
System: mechanische Schleiflade
Balgsystem:Mehrfaltenmagazinbalg
Winderzeugung:elektrisch
Tonumfang:C-f'''
DISPOSITION

Reparatur in der Evangelischen Kirche St. Martin

Altenweddingen

Die Beyer-Orgel in der Ev. Kirche St. Martin zu Altenweddingen erfreut sich eines unveränderten Originalbestand des Pfeifenmaterials. Lediglich die Prospektpfeifen wurden 1917 entfernt. Die Orgel lässt eindeutig die Handschrift von Beyers Schulmeister Böttcher erkennen. Vor allem der Aufbau der Pfeifen und die Konzeption der Spielschrankanlage weisen auf die Wurzeln Beyers hin. Vor der Reparatur war die Orgel stark verschmutzt, aber trotzdem noch spielbar. Das Zustandekommen und die erfolgreiche Durchführung dieses Projektes ist vorallem dem Engagement von Pfarrer Langner und der Gemeinde Altenweddingen zu verdanken, welche sehr engagiert hinter dem Projekt stand. Dies liess sich z.B. an dem regen Interesse von Gemeindemitgliedern am Fortschritt der Orgelreparatur erkennen. Auch Schulklassen nutzten die Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen einer Orgel ins Orgelinnere zu schauen.

Grundschüler in Altenweddinger Kirche

Schüler schauten Orgelbauern über die Schulter

Eine besondere Unterrichtsstunde erlebten dieser Tage die Schüler der 3. Klasse der Grundschule Altenweddingen. Sie besuchten die evangelische Kirche ihres Heimatortes, nicht zum ersten Mal übrigens. Aber der letzte Besuch war besonders spannend. Sie durften den Orgelbauern, die gerade die Orgel reparieren, über die Schulter schauen. Von Yvonne Heyer, Altenweddingen.

Die Orgel wird wohl nicht umsonst als Königin der Instrumente bezeichnet. Was es da nicht alles zu gucken und zu staunen gibt: Manuale, Pedale, Register, Orgelpfeifen. So richtig interessant wird es, wenn die Orgelpfeifen ausgebaut sind und der Blick in das Innere des Instruments frei wird. Deshalb waren vor einigen Tagen auch die Jungen und Mädchen der Altenweddinger Grundschule in die evangelische Kirche gekommen. Dort sind ja bekanntlich seit einiger Zeit die Orgelbauer aus Halberstadt zugange, um die Orgel zu restaurieren.Die Jungen und Mädchen durften den Männern über die Schulter schauen und ihnen Löcher in den Bauch fragen. Das erste große Staunen gab es, als die Kinder und ihre Lehrerin Sabine Buchmann erfuhren, dass die aus dem Jahre 1892 stammende Altenweddinger Orgel immerhin mehr als tausend Pfeifen haben wird. Im Zuge der Restaurierung werden auch die fehlenden Register ersetzt. Diese waren bereits im I. Weltkrieg entfernt worden. "In Altenweddingen dürfte es beinahe niemanden mehr geben, der die Orgel noch komplett kennt", erklärte Pfarrer Jens-Martin Langen den Kindern.

Sie erfuhren auch, dass die längste Orgelpfeife aus Holz etwa 5,10 Meter misst, dabei umfasst der klingende Teil 4,80 Meter. Bei der kleinsten Pfeife ist der klingende Teil nur 10 Millimeter kurz. "Wie alt kann denn eine Orgel werden?" fragte eine Schülerin. "Wenn in der Kirche das Dach und die Fenster dicht sind, die Holzwürmer das Instrument verschonen, kann eine Orgel gut und gerne sieben bis neun Generationen überdauern, 400 bis 500 Jahre alt werden", antwortet Orgelbauer Jürgen Seidenberg. Er erzählte den Schülern auch, dass derzeit in der Halberstädter Werkstatt die Stimm- und Intonationsvorrichtungen gesäubert werden. Aber die Metallpfeifen dürfen keinesfalls poliert werden, dann wird die Schicht dünner und die Pfeife klingt schlechter. Die Metallpfeifen bestehen aus einer Zinn-Blei-Legierung. Insgesamt 50000 Euro muss die Kirchengemeinde Altenweddingen als Eigenanteil für die Sanierung aufbringen. Die Gemeinde hatte zwar fleißig gespart, aber auch auf Fördergelder aus dem Kirchenkreis gehofft und genau diese kamen nicht. Nun ist die Kirchengemeinde auf Spenden angewiesen, diese können auf das Konto 3030006467 der Bördesparkasse, Bankleitzahl 81051000, Kirchenkreis Egeln mit dem Verwendungszweck Orgel Altenweddingen eingezahlt werden. Restaurierung der Altenweddinger Orgel ist mit der Montage der letzten Register nahezu abgeschlossen. Quelle: Volksstimme/Börde 9.Oktober 2004